Bekenntnis

Für meine Heimat empfinde ich tiefste Verbundenheit und Liebe, doch gerade die Liebe darf nicht zu Blindheit führen, sondern zu einem kritischen Umgang. Denn dies was einem am Herzen liegt, muss umso mehr gehegt und gepflegt werden. Daher habe ich mich stets für meine Gemeinde, meinen Kanton und meine Schweiz eingesetzt und will es nun als Familienvater der sich um die Zukunft seiner Kinder sorgt, erst recht tun.

Ich habe der Schweiz viel zu verdanken und fühle mich verpflichtet mitzuhelfen dieses Erfolgsmodell weiterzuentwickeln und Fehlentwicklungen zu korrigieren.

Als Schweizer ist man automatisch Weltbürger und Europäer, dazu brauchen wir keine EU und keine UNO.
Für das Kriegsgeplagte und durch den Eisernen Vorhang über vierzig Jahre geteilte Europa ist die EU momentan sicherlich berechtigt und Garantin von Frieden und Stabilität, wie sie dieser Kontinent noch nie gesehen hat. Für die Schweiz heisst dies jedoch nicht, dass sie dieser mit Mängeln behafteten Konstruktion beitreten soll, Ihr Scheitern kann aber auch nicht im Interesse der Schweiz sein.

1848 war die Schweiz die einzige Demokratie in Mitteleuropa und sah sich von Monarchien umzingelt, die Druck auf die Schweiz ausübten und von Ihr die Auslieferung von flüchtigen Demokraten verlangten. Nur England stellte sich damals schützend vor die liberale Schweiz. Später wurden in allen Nachbarländern Demokratien installiert und der Schweiz gleichgezogen. Während des zweiten Weltkriegs blieb die Schweiz als demokratische Insel inmitten von Diktatur und Barbarei bestehen und überlebte den Faschismus ohne die eigene Haut verkauft zu haben. Während des kalten Krieges hielt sich die Schweiz bereit Freiheit und Demokratie gegen den totalitären Kommunismus zu verteidigen und gehörte mit zu den Gewinnern der Wende von 1989. Den Freiheit und Demokratie hat sich bis jetzt immer durchgesetzt und die Schweiz ist das Symbol dafür. Wir sind Europa und verdienen eine respektvolle Behandlung durch die EU!

Die Geschichte hat sich wiederholt und die Schweiz steht nun erneut am Pranger, diesmal für die direkte Demokratie und unser Bankgeheimnis und wieder sind es Leute aus unseren eigenen Reihen die mithelfen die Schweiz im Ausland schlecht zu reden. Diese Leute gab es auch 1847/48 und 1940 doch die Geschichte hat sie vergessen. Lernen wir aus der Geschichte der letzten 160 Jahre und bleiben wir unseren Werten treu, Verbesserungen müssen trotzdem angebracht werden, aber von innen heraus und nicht durch äusseren Druck.

Noch nie ging es den Schweizern materiell so gut wie Heute, was das leibliche Wohl anbetrifft haben wir einen exorbitanten Stand erreicht den es nun zu halten gilt. Die steigenden Krankenkassenprämien und übrigen sozial Kosten machen jedoch immer deutlicher bewusst dass der Zenit bereits überschritten wurde. Es gilt nun ein gesundes Mass zu finden, dessen Umsetzung weder die Würde der jetzigen Einzahler und Empfängergeneration verletzt noch der kommenden Generation Schulden aufbürdet und bereits ungeborenen das Genick bricht. In diesem Kontext müssen auch die Missbräuche aufs schärfste bekämpft werden und dass System auf jene ausgerichtet werden die auch Leistungen verdient haben.

Materiell geht es uns gut, doch wie sieht geistig aus? Viele stehen unter einem hohen Druck und laufen auf einem höchst ungesunden Drehmoment. Die vielen Burn Out Fälle sind nur ein Symptom des schleichenden Wertezerfalles und der hohen psychischen Belastung der Gegenwart. Diese Entwicklungen nehme ich sehr ernst und setze mich für ein gesundes Verhältnis zwischen dem Materiellen und dem Geistigen ein. Solange wir Dankbarkeit für unseren Wohlstand empfinden und die eigenen Grenzen kennen, sind wir auf der sicheren Seite.

Doch nun zur Gretchenfrage, die in der heutigen Zeit keinesfalls an Bedeutung verloren hat.
Wie liess Goethe sein Gretchen in Faust: Der Tragödie erster Teil bei Vers 3415 (Marthens Garten), den Wissenschaftler nach seinem Glauben fragen. "Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“

In meinem Leben war die Suche nach Gott immer ein Thema und trotz aller Enttäuschungen die man in seinem Leben zu gegenwärtigen hat, kann ich sagen dass ich von Gott noch nie enttäuscht worden bin. Gott wendet sich nicht von den Menschen ab, sondern die Menschen von Ihm. Wie der verlorene Sohn habe ich mich auch schon von Gott abgewendet und dann die erstaunliche Erfahrung gemacht, dass Gott überall ist, auch dort wo man es nicht vermuten würde und einem nicht loslässt. Dem Christlichen Glauben bin ich im völligen Bewusstsein, dass ich von der Gnade Gottes abhänge zugehörig. Daher gehen mir die Worte von Jesus: "Wer ohne Schuld ist, der werfe den ersten Stein" sehr nahe. Fundamentalisten aller Couleur scheinen gerade diesen Punkt allzu oft zu übersehen. Grundsätzlich halte ich es mit dem Grundsatz: "Hilf dir selbst, so hilft dir Gott". So bin dankbar in dem wunderbaren Land Namens Schweiz leben zu dürfen und meine Kinder heranwachsen zu sehen. Für dieses Land und die Zukunft der Kinder lohnt es sich zu kämpfen und den Widrigkeiten der Zeit zu trotzen. Auch wenn man den Verstand nutzt und fleißig ist, bin ich überzeugt dass man nur mit Beten Berge versetzen kann.

Danke für die Wahl

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Festschrift der SVP-Gossau

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